Die blutigen Spuren des Marschall Tito

Mijo Jurić
Die blutigen Spuren des Marschall Tito

Bereits zu Lebzeiten des jugoslawischen Langzeitdiktators Josip Broz Tito, warnten seine
politischen Gegner vor deren gnadenlosen Regime in Jugoslawien, doch angesichts
scheinbarer Freiheit und Offenheit gegenüber Westen, verstummten diese Stimmen
unverstanden und wurden meistens ignoriert. Man vergas zu leicht den grausam gefuhrten Partisanenkrieg, und begnugte sich damit dass er dem Stalin im Jahre 1948 Njet gesagt hat. Aus einem „Banditen und Hochstapler“ wurde er über Nacht ein angesehener und weltweit beliebter Staatsmann. Viele gekrönte Haupter, Weltstars der Filmbranche und Staatsmänner eilten auf die malerische Inselgruppe Brioni um mit dem operettenhaften Diktator in seinen Traumlimousinen seinen eigenen Zoo zu durchkurven, und die nur für ihn und seine auserlesene Gäste reservierte Inselgruppe zu geniesen. Samt besten Weinen, von Compañero Fidel Castro geschenkten besten Zigarren, und natürlich den besten französischen Champagner oder schottischen Whiskey… Der Personenkult ohnegleichen wurde geschickt geschaffen. Die Lehrer, allesamt Mitglieder der Kommunistischen Partei vermittelten den Schulkindern eine neue, „wahre“ Gottheit, das mal „blaue“ mal „weise Veilchen“, – Tito.

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So sangen ihm die „Tito-Pioniere“ (alle Schulkinder waren automatisch Mitglieder der Tito- Jugend) von den Lehrern geschickt in Trance versetzt: „Genosse Tito, du blaues Veilchen, dich liebt die aufrichtige Jugend!“. Dass Tito-Kult auch bei Erwachsenen gepflegt wird, sorgten die perfide kommunistische Propaganda, nicht selten unterstützt durch die Volksmiliz, Geheimdienste, die Gerichte, das Militär…

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Titos Geburtstagsfeier im Belgrader „Partizan-Stadion“.
Die Staffel in den Händen der Tito-Pionierin war vorher wochenlang,
läuferisch von Hand zu Hand, durch das ganze Land unterwegs.

Nicht zufällig nannte man den J. B. Tito den „letzten Habsburger“. Er ließ sich durch seine Untertanen rund zwanzig Prunkvillen bauen, einige Jagdreviere, natürlich die besten reservierte man für ihn, 2 Jumbojets samt Boden- und Luftpersonal waren ausschließlich für ihn stets bereit, eine mächtige Yacht, eigene Zugsgarnitur natürlich entsprechend umgebaut, standen nur ihm zu Verfügung. Dass es eine Tito-Garde zur Vollendung seiner majestätischen Huldigung gegeben hat, war ja selbstverständlich. Acht Städte in ganz Jugoslawien wurden zu seinen Ehren umbenannt, selbstverständlich gab es keine einzige Ortschaft im ganzen Land ohne einer Titostraße oder Platz. Um seine Person wurden fünf „Sicherheits-Ringe“ aufgebaut, mit treuesten und vielfach überprüften Geheimdienstlern. Wozu eigentlich, wenn er doch so beliebt war? All diese Maßnahmen erklärte man dem „naiven“ Volk mit ständiger Gefahr von außen, und dass Tito als einziger imstande ist, diesen Gefahren stand zu halten. „Ohne Tito sind wir alle tot!“ konnte man oft, sogar auch von vielen nicht unintelligenten Menschen hören.

Die dicke Goldschicht blättert langsam aber sicher ab, und es kommt immer mehr ein verrostetes und blutbeschmiertes „Tito-Denkmal“ zum Vorschein. „Verbrecher!“ sagen jetzt viele, mit neuen, unfassbaren Erkenntnissen konfrontiert. Ein Wiener Historiker und Psychoanalytiker, diagnostiziert: „Tito war ein Schizophrener. Er hatte eine angenehme, und eine verbrecherische Seite“. Vielleicht liegt der Code der verbrecherischen Ideologie für die er sein ganzes Leben eintrat in folgender Feststellung eines der Hauptanführer der Kommunisten, W. I. Lenin: „Die Herrschaft der Sowjets kennt weder Freiheit noch Gerechtigkeit. Diese Herrschaft beruht auf der Unterdrückung und Vernichtung jedes individuellen Willens. Rücksichtslosigkeit ist unsere Pflicht. In Erfüllung dieser Pflicht ist unumschränkte Grausamkeit der höchste Verdienst“ ? (Lenin: Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht) [„Sowjet“ war damals das Synonym für den Weltkommunismus] Titos „Lebenswerk“ Jugoslawien zerfiel wie ein Kartenhaus so bald sich die erste Chance dafür ergab. Die blutigen Balkankriege waren auch das Ergebnis seiner Politik, die unvereinbares vereinigen sollte. Doch, sein Kult lebte vielerorts weiter, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie zu seinen Lebzeiten.

Drei Jahrzehnte nach seinem Abgang scheint aber endgültig die Zeit reif zu sein, die ganze Wahrheit um Tito, befreit von emotionalen und nationalistischen Barrieren, objektiv zu untersuchen und der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Einen maßgeblichen Beitrag dazu machte im Sommer des Vorjahres der Wiener Historiker und Psychoanalytiker Prof. Dr. Silvin Eiletz, der jahrelang in den Moskauer Archiven nach Dokumenten über Titos dortiger Zeit in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert beleuchten sollten. Und, er fand dort eindeutige Beweise, die den Josip Broz, damals noch alias „Walter“, als einen skrupellosen Denunzianten und Karrieristen entlarven. Darüber verfasste er sein Buch „Titos geheimnisvolle Jahre in Moskau, 1935 – 1940“, das zunächst in Klagenfurt in Slowenischer Sprache (Mohorjeva zalozba, 2008), und Ende des Jahres auch in Kroatischer Sprache erschien, und sofort in beiden Staaten zum Bestseller wurde.

Im Jahre 1934, nach Verbüßung seiner 5-jähriger Haftstrafe die er wegen Terrorismus
aufgebrummt bekommen hat, flüchtete J. Broz zunächst nach Wien, wo er sich schon vor
seiner Haft oft aufgehalten hat, um kurz darauf nach Moskau weiter zu reisen, um dort an der Parteischule der Komintern zu studieren. Schon nach einem Monat in Moskau, wurde er geheimer Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes NKWD. Seine scheinbar einzige „Aufgabe“ war, die sg. „Charakteristiken“ über seine jugoslawischen Genossen für den Geheimdienst zu schreiben. Und er schrieb sie fleißig. Er musste genau gewusst haben was er dadurch bewirkte, denn er vermied minuziös jegliche private oder freundschaftliche Beziehungen zu diesen Genossen zu nennen. Einer nach dem anderen wurden sie daraufhin verhaftet und vor den sowjetischen Gericht gestellt. Wegen „Trotzkismus“, „bürgerlichen Denkens“ oder „Fraktionismus“ wurden sie im Schnellverfahren zum Tode verurteilt, und oft noch am selben Tag liquidiert. Er denunzierte sogar eigene Freunde, die ihm früher behilflich waren, ihn von der Strasse samt Frau und Kind beherbergten (Antun Mavrak). Dabei kamen an die 800 jugoslawische Kommunisten ums Leben, und einige „Glückliche“ nach Sibirien, darunter auch prominente Parteigründer und Sekretäre, allesamt viel bedeutender als Josip Broz selbst. Am Ende blieben fast nur noch er selbst und einige glückliche Genossen übrig.
 Stalin, entzückt über den fleißigen Broz, lobte ihn: „Der Walter ist ein Held. Er hat sie alle umgebracht!“ Doch, im Jahre 1939 kam er selbst in Ungnade der Komintern, wegen seinem Versagen beim Entsenden von „Spanien-Freiwilligen“, und auch er wurde zum Tode verurteilt. Aber, seine Verdienste um die NKWD retteten ihn, man revanchierte sich dem Genossen. Noch mehr, NKWD erhob ihn im Jahre 1939 zum Parteichef der Jugoslawischen KP, wohin er auch entsandt wurde. Mit ihm kam auch, neben einigen anderen, der spätere bekannte Disident Milovan Djilas.

Die Bleiburger Tragödie

Die Grausamkeiten seiner Partisanen waren schon immer berüchtigt, doch seit einigen Jahren entdeckt man immer wieder „neue“ schreckliche Untaten die sich jedes Mal an
Unmenschlichkeit übertreffen. Nach dem Fund des Massengrabes bei Marburg (Tezno) wo im ehemaligen Panzerschutzgraben, in einer Länge von 3,5 km an die 20.000 Kriegsgefangene verscharrt wurden, dann Kocevski Rog mit 30.000, locierte man nur in Slowenien rund 600 solche Stellen. In Kroatien gibt es 840 Massengräber, in Bosnien/Herzegovina rund 90… Man rechnet mit 200.000 – 300.000 Skelette, die nicht einmal das Recht auf einen Namen haben, geschweige denn auf ein menschenwürdiges Grab. Darunter sind unzählige Kinder, Frauen und Greise, die vor den heranrückenden Bolschewiken und blutrünstigen Tito-Partisanen in dem Westen Schutz suchen wollten. Doch, am südkärntnerischen Bleiburger Feld war das Ende der Träume von Freiheit. Sie wurden von den dort stationierten Briten einfach den „verbündeten“ Tito-Partisanen ausgeliefert. Das Gemetzel begann sogleich, und die unzähligen Leichen wurden systematisch in den Panzergraben oder Bergwerkstollen versteckt. Viele Tausende wurden zum Fußmarsch gen Süden gezwungen, um in verschiedenen Lagern weiter südlich umgebracht zu werden, so auch in dem berüchtigten Konzentrationslager Jasenovac, der zuvor, vom 1942-1945 durch kroatische Hitlerverbündeten für unsägliches Leid und Unheil sorgte. Es gab keine Gerichtsverfahren, keine Möglichkeit sich zu Verteidigung, die Partisanen machten einen kurzen Prozess.

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Dieser Mann starb als letzter in den Bergwerkstollen bei Celje.

Das Pogrom an den Volksdeutschen

Aus der anderen Richtung, westwärts bewegten sich unendliche Kolonnen der Volksdeutschen, die genauso wie andere Kriegsgefangene systematisch enteignet, vertrieben und massakriert wurden. Auch hier schätzt man die Ziffer mit einer halben Million Menschen, meistens unschuldigen Zivillisten. Zuvor, ab Oktober 1944 wurden bereits 100.000 Volksdeutsche aus Vojvodina evakuiert. Die bereits im Jahre 1943 von Tito und seinem Stab verabschiedeten sog. AVNOJ-Dekrete traten mit voller Wucht in Kraft. Hier die wichtigsten Punkte:
1. Alle in Jugoslawien lebenden Personen deutscher Volkszugehörigkeit verlieren
automatisch die jugoslawische Staatsbürgerschaft und alle bürgerlichen und
staatsbürgerlichen Rechte.
2. Der gesamte bewegliche und unbewegliche Besitz aller Personen deutscher
Volkszugehörigkeit gilt als vom Staat beschlagnahmt und geht automatisch in dessen
Eigentum über.
3. Personen deutscher Volkszugehörigkeit dürfen weder irgendwelche Rechte beanspruchen oder ausüben, noch Gerichte und Institutionen zu ihrem persönlichen oder rechtlichen Schutz anrufen.

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Die Verbrechen an deutschsprachigen jugoslawischen Staatsbürgern begannen schon Ende 1944, und forderten bis Juni 1945 rund 9500 Opfer. Die Kommunisten, die heute nur noch „Antifaschisten“ genannt werden wollen, gründeten einige Konzentrationslager für die Volksdeutschen, in denen viele Zehntausende ausgehungert, durch unbehandelte Krankheiten und Massaker ums Leben gekommen sind. Hier sind einige dieser Lager, mit den Opfern die darin ihr Leben lassen mussten: Molin, 3000; Kničanin, 11000; Bački Jarak, 7000; Gakovo, 8500; Kruševlje, mehr als 3000; Sremska Mitrovica, 2000; Krndija, 1000; Valpovo, 1500. Ein Drittel der in Jugoslawien verbliebener Volksdeutschen Zivilisten wurde umgebracht, rund 65.000 Menschen!

Verbrechen in Kärnten und der Steiermark

Bereits Anfang Mai 1945 wüteten Tito-Schergen in weiten Teilen Südkärntens und der
Steiermark! Das Ziel war die Schaffung eines „Groß-Sloweniens“ innerhalb Tito-Jugoslawiens. In Klagenfurt plakatierte man am 12. Mai 1945 eine „Bekanntmachung“, in der es unter anderem hiess: „Die Jugoslawische Armee ist in Kärnten eingerückt, um das Land ein für alle mal von den Nazi- Verbrechern zu säubern und um der gesamten slowenischen und österreichischen Bevölkerung die wahre Volksdemokratie, Freiheit und Wohlstand im neuen siegreichen und starken Groß-Jugoslawien zu gewährleisten.“ Edvard Kardelj, ein Slowene, Tito-Gefährte aus Moskauer Zeit war stets der „Zweite-nach-dem-Tito“, ein mächtiger Bolschewik und brutaler Lenin-Schüler, versuchte mit Gewalt und Verbrechen das Kärntner Plebiszit aus dem Jahre 1920 rückgängig zu machen. Er war mit seinem Anliegen, dem Anschluss des Südkärntens an Slowenien sogar in Moskau bei Stalin vorstellig. Hunderte Österreicher wurden verhaftet und nach Slowenien verschleppt, wo sie genauso wie die Kroaten oder slowenischen Domobranzen (Heimwehr) einen grausamen Tod fanden. In Slowenien wurden an die 600 Massengräber bis heute entdeckt! Die meisten Österreicher wurden in Vigan (slow. Begunje) erschossen oder erschlagen. Besondere „Spezialität“ dieser Mörder war offenbar ihre Opfer in den vielen aufgelassenen slowenischen Bergwerkstollen zu verscharren. Die Kommunisten waren sich der Ewigkeit ihres Regimes so sicher, sie glaubten fest dass nach diesen unschuldigen Menschen nie jemand suchen wird. Ähnlich brutal, wenn auch zahlenmäßig etwas „milder“ sind die Partisanen-Verbrechen in der Südsteiermark gewesen, wo die Jugoslawen ebenso Gebietsansprüche stellten. Dort kollaborierten sogar ehemalige Nazis fleißig mit den Tito-Partisanen, wenn es hieß die „Parteimitglieder“ auszuliefern. Echte Nazis und echte Bolschewiken hatten ja vieles gemeinsam, nicht nur ihre roten Fahnen. „Les extremes se touchent“ – die äußersten Gegensätze berühren sich. So sprach der Führer Adolf Hitler, im Jahre 1919: „Ich habe vom Marxismus viel gelernt. Nicht etwa von dieser langweiligen Gesellschaftslehre, von diesem absurden Zeug. Aber von den Methoden habe ich gelernt“. (J.C.Fest, Hitler. Ullstein-Verlag 1973). Noch heute wird die Geschichte vom „Grenzlandvater“ und Volksschuldirektor Fritz Fuchs aus Eibiswald erzählt, der im Juni 1945 verschleppt wurde, und spurlos verschwand.

Er wird in einem der drei Massengräber im Karwald vermutet. Man erinnert sich heute noch wie er vielfach den durch Hitler-Regime verfolgten Menschen das nackte Leben gerettet hat. Weder für die Kärntner-, noch für die südsteirischen Verbrechen der Tito-Truppen hat bis heute kein einziger Verbrecher einen Prozess bekommen.

Glaubensverfolgung

Während in weiten Teilen Sloweniens, Kroatiens und im südlichen Österreich Tito-Truppen unbarmherzig schlachten, eilt Tito im Siegesrausch durch viele Städte Nordjugoslawiens, überwacht persönlich die Verbrechen seiner Schergen. Am 20. Mai ´45 sprach er vor einer Versammlung in Varaždin, wo er seinen Gegnern folgendes „versprach“: „…sie werden das Tageslicht nur noch so lange sehen, so lange der Weg zur nächsten Höhle dauert!“ In Zagreb wird der Erzbischof Dr.Alojzije Stepinac verhaftet. Von ihm wird verlangt die Katholische Kirche vom Vatikan zu trennen! Nachdem er dies kategorisch abgelehnt hat, wurde er später in einem Schauprozess zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Man warf ihm „Kollaboration mit dem Ustascha-Regime“ vor. Der kroatische Oberhirte der Orthodoxen, Patriarch Germogen wurde erhängt. Allein in Kroatien töteten die Kommunisten 660 Ordensleute der Katholischen Kirche. In Serbien ermordeten sie 213 orthodoxe Priester, in Slowenien fanden 154 katholische und evangelische Priester den brutalen Märtyrertod. Viele weitere wurden für viele Jahre in Titos Gulags eingesperrt. Die neuen Herrscher verbieten der Caritas, und sogar dem Roten Kreuz ihre karitative Tätigkeit, beschlagnahmten ihren ganzen Besitz, enteigneten die Kirchen. Stjepan Hršak, ein Offizier der OZNA, Titos Geheimpolizei aus den Kriegszeiten, tötete am 4. Juni 1945 eigenhändig zwanzig katholische Priestern, die aus dem Kloster in Krapina verschleppt wurden. Die Wälder um den heutigen Grenzübergang Macelj/Gruškovje, zwischen Slowenien und Kroatien, sind heute noch übersät mit an die 150 Massengräber, die zwar entdeckt, aber noch immer nicht alle untersucht wurden. Dort entdeckte man auch die Skelette der Priester, die im Jahre 2006, zusammen mit weiteren 1150 Überresten der Tito-Opfer beigesetzt wurden. Genosse Hršak lebt noch immer in einem der nobelsten Stadtteilen Zagrebs. Trotz einiger Anzeigen, einen Prozess gegen ihn würgten einflußreiche «Antifaschisten» jedes Mal ab.

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Tito-Parade in Belgrad, Mai 1946:
„Genossen Tito und Stalin, hier ist eure Jugend!“ sang man bis 1948 alltäglich in ganz Jugoslawien.
Location: Belgrade, Yugoslavia
Date taken: May 1946
Photographer: Nat Farbman

«Iustitia et pax» [Gerechtigkeit und Frieden], Einrichtungen der Bischofskonferenzen Sloweniens, Kroatiens und der Bosnien/Herzegowina, bemühen sich seit einiger Zeit gemeinsam darum, für die Opfer des Tito-Kommunismus wenigstens das «Recht auf einen Grab» zu erreichen. Die Erfolge lassen noch immer auf sich warten.

Stalinistischer als der Stalin

Bis zum Jahre 1948 war Tito ein enger Verbündeter Stalins, sein Untertan. Doch er war der größere Stalinist, und brach mit seinem Chef in Moskau ab. Die verwirrten Genossen Kommunisten kannten sich nicht mehr aus, und um „entstalinisiert“ zu werden, schickte sie Tito in Gulags nach seinem Muster, auf die kahle Adriainsel Grgur, nach Zenica in Bosnien oder einer unzähligen Zuchthäuser im ganzen Land.

Prof. Eiletz: „In sowjetischen Gulags kontrollierte NKWD die Gefangenen. In Tito-Gulags
wurden die Gefangenen gezwungen sich untereinander zu kontrollieren und zu bespitzeln. Hier wurden die Grundelemente der Menschenwürde mit den Füßen getreten!“ Auch heute noch sieht man auf der Westseite der Insel riesige Inschrift „TITO“, mit weit mehr als Hundert Metern großen Versalien, die die Sträflinge als eine Art des Beweises der „Selbstumerziehung“ auf die Hänge der Insel mit Steinen gebildet haben…

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Goli Otok – Die kahle Insel. Titos Gulag für politische Gegner.

Am 4. März 2009 wurde nach monatelangem Abtragen von Beton endlich ein Stollen bei
Celje (Slowenien) zugänglich gemacht. „Dantes neunter Kreis der Hölle ist nur der Eingang für diese hier“ sagte ein geschockter Mitarbeiter. 400 Mumien liegen darin, noch einige Tausende werden in zwei weiteren Stollen in unmittelbarer Nähe vermutet. Diese Menschen wurden zuerst entkleidet, mussten sich niederknien um mit einem stumpfen Werkzeug den Schädel eingeschlagen zu bekommen. Viele bekamen einen Kopfschuss. Viele wiederum lebten noch, als Gas hinein gepumpt wurde. Zum Schluss übergoss man die Leichen mit Kalk, und betonierte die Eingänge zu, mit 400 Kubikmetern Beton und Holz. 64 Jahre lang lagen sie dort unten, keiner traute sich darüber auch nur ein Wort zu verlieren, viele wussten es aber. Die, die in der Nähe lebten, hatten Jahrzehnte Angst, und sie haben sie heute auch. Das kommunistische Tito-Regime kannte keine Gnade gegenüber jenen die das „Werk und die Person des Genossen Tito“ in Frage stellten, und man sorgte dafür dass es genügend abschreckende Beispiele gab wie es einem ergeht der es trotzdem wagte dies zu tun.

Jugoslawische Gefängnisse waren übervoll mit politischen Gefangenen, viele Verfolgte
suchten Schutz in dem Westen. Jugoslawischer Geheimdienst UDB-a verfolgte die „Staatsfeinde“ weltweit, Dutzende wurden bestialisch umgebracht, auch in Österreich (Nikola Martinovic, Klagenfurt 1975), und trotzdem war damals Titos Stern auch im Westen unbehelligt und unantastbar. Allein in Westdeutschland wurden zwischen 1946 und 1989 knapp 40 Exilkroaten ermordet. Doch, Staatsräson und „Status-quo“ im Kalten Krieg hatten Vorrang vor Menschenrechten. So wurden auch in den 50-er Jahren gerichtliche Untersuchungen im Falle der Tito-Verbrechen in der Steiermark von „oben“ eingestellt. Da Österreich damals noch durch Siegesmächte besetzt war, ist dies eigentlich verständlich.

Verständlich gewesen… Kiro Gligorov, ein ehemaliger hoher jugoslawischer Politiker und
Titos Gefolgsmann aus Mazedonien, sagte in einem Zeitungsinterview, dass allein der amerikanische Geheimdienst CIA rund 100 (hundert!) Milliarden Dollar geheim dem „blockfreien“ Tito-Staat gepumpt hat. Die schaurigen Berichte aus Slowenien schockten diesmal tatsächlich die Bevölkerung in gesamten ehemaligen Jugo-Staat. 30 Jahre nach Abgang des Belgrader Pharao, tauchen plötzlich seine Mumien auf, als mahnende Zeugen eines unfassbaren Verbrechens. Janez Stanovnik, ehemaliger hochrangiger Kommunist und Partisan aus Slowenien, gab endlich zu:
„Josip Broz Tito, als Oberbefehlshaber ist direkt verantwortlich für diese Verbrechen.
Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Armee die so ein Massenmord begehen könnte, ohne des Wissens des Befehlshabers!“ Es ist nicht verwunderlich dass diese Leute, erst durch erdrückende Beweise die Verbrechen der Tito-Truppen erst dann kleinlaut zugeben, aber gleichzeitig die ganze Schuld denen zuschieben die nicht mehr am Leben sind. Eigentlich unfassbar, ausgerechnet in der Kroatischen Hauptstadt Zagreb, trägt heute noch einer der schönsten Plätze, nämlich jener um das wunderschöne Kroatische Nationaltheater (von den Wiener Architekten Helmer und Fellner entworfen) den Namen „Trg maršala Tita“, „Marschall Tito-Platz“. Eine Tatsache die als Verhöhnung und tiefe Beleidigung für die unzähligen Opfern seines verbrecherischen Regimes empfunden wird. Leider auch ein Beweis dafür, dass die kommunistischen „Wendehälse“ noch immer das Sagen haben, sowohl in Slowenien als auch in Kroatien. Postulate der rabiaten Oktober-Revolution finden dort noch immer viele Anhänger, vor allem in den Reihen der entmachteten Kommunisten, die sich selbst vornehm nur noch „Antifaschisten“ nennen.

Vielleicht werden die Mumien aus den Stollen „Barbara“ bei Lasko die zuständigen Staatsorgane endlich wachrütteln? Am 20. März 2009 besuchten sie der slowenische Staatsanwalt und sein kroatischer Amtskollege. „Ich kann nicht beschreiben was ich dort
unten gesehen habe. Bin erschüttert.“ Sagte Kroatiens Staatsanwalt Mladen Bajić, im kroatischen TV.

Ende
Autor
Mijo Juric, geb. 1953 in Drijenča bei Tuzla/Bosnien-Herzegowina. Eintritt in das Dominikanerseminar in Bol auf der Insel Brač, das er wieder verlässt, um das Realgymnasium in Tuzla zu besuchen. 1970 aus politischen Gründen von der Schule relegiert, danach Externisten-Gymnasium in Zagreb. Seit 1973 lebt er in Wien. 2006 erschien in Zagreb sein Buch „Der achtzehnte Frühling“ (Kroatisch) Im Jahre 2011 erschien bei Seifert-Verlag Wien sein Buch „Wölfe im Frühling“, (Deutsch) mit einem Vorwort von Dr. Alois Mock, und einem historischen Kommentar von Dr. Hannes Swoboda.
https://www.seifertverlag.at/liest/mijo-juric-woelfe-im-fruehling/

Uredništvo/komunistickizlocini.net

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